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SOLO: FAIRYLAND – Scandinavian Classical, Traditional and Contemporary Music for Guitar

Skandinavien und die klassische Gitarre: Eine ungewöhnliche Begegnung, die die märchenhafte Welt Skandinaviens mit seiner beeindruckenden Natur, den einsamen Wäldern und den imposanten Fjorden, mit seinen alten Geschichten und mythischen Wesen lebendig werden lässt!

Der Bogen spannt sich von Arrangements schwedischer Volkslieder und Bearbeitungen romantischer Werke klassischer Komponisten Norwegens (Edvard Grieg) wie auch Finnlands (Jean Sibelius, Armas Järnefelt, Oskar Merikanto, Leevi Madetoja) über beliebte finnische Polka- und Tangounterhaltungsstücke bis hin zu dem zeitgenössischen Werk „Serenades of the Unicorn“ des Finnen Einohujani Rautavaara, dem einzigen Werk auf dieser CD, das im Original für die Gitarre geschrieben wurde.

Dabei haben die Stücke einen starken Bezug zur Natur, zum volkstümlichen Leben und zu den Mythen Skandinaviens voller Elfen, Nymphen – und …rautavaarischer Einhörner! Besinnliche Naturbetrachtungen und klangvolle Stimmungsbilder, lebhafte Tänze und entspannende Kleinode werden mit perlenden, anmutigen Klängen auf der Gitarre eingefangen.

I. Schwedische Volkslieder

In den schwedischen Hirtenliedern wird das karge, raue Leben der Frauen geschildert, die als Hirtinnen im skandinavischen Weideland den Sommer über ihre Herde hüteten. Mittels „Kulning“, einer speziellen, durchdringenden Gesangstechnik, konnten sie über weite Strecken mit ihrer Herde kommunizieren.

Ein sehnsuchtsvolles Liebeslied, melancholische und fröhliche Tänze und ein beschwingtes Hochzeitslied zeigen weitere Facetten des alten schwedischen Landlebens auf.

II. Norwegische Romantik

Der wohl bekannteste norwegische Komponist Edvard Grieg (1843-1907) vertonte das dramatische Gedicht „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen für Orchester.
Die 26-teilige Schauspielmusik endet mit „Solveigs vuggevise“ (Solveigs Wiegendlied): Seine Geliebte Solveig singt den von seinen fantastischen Abenteuerreisen heimgekehrten, erschöpften Peer Gynt in den – möglicherweise ewigen – Schlaf. Ob Peer Gynt in diesem Augenblick stirbt, lassen sowohl Ibsen als auch Grieg offen.

„Elfentanz“ und „Wächterlied“ stammen aus den bekannten „Lyrischen Stücken“ für Klavier solo. Poetische Charakterstücke, in denen sich Edvard Griegs Sinn für einprägsame Melodien einmal mehr zeigt.

III. Finnische Romantik

Jean Sibelius (1865-1957) komponierte „Laulu ristilukista“, das „Lied der Spinne“ als Teil der Bühnenmusik für „König Kristian II.“ von Adolf Paul. Das Lied erzählt von den Alterstagen des gefangenen Königs und zeigt doch zu gleicher Zeit, dass Sibelius ein Naturliebhaber und ein genauer Naturbeobachter war. Nachdem ich dieses Stück kennengelernt habe, mag ich Spinnen ein bisschen lieber!

Auch sein Schwager Armas Järnefelt (1869-1958) war ein bekannter finnischer Komponist: Die „Berceuse“ ist eines seiner beliebtesten Stücke.

Ihr gemeinsamer Schüler Leevi Madetoja (1887-1947) verbrachte auf der Suche nach einer eigenen Tonsprache mehrere Studienaufenthalte in Paris, die seinen schweren spätromantischen, teilweise von den harten Erfahrungen im Finnischen Bürgerkrieg geprägten Stil mit französischer Leichtigkeit ergänzten.

Oskar Merikanto (1868-1924) stand zwar zeitlebens im Schatten seines Landmanns und Zeitgenossen Jean Sibelius. Dennoch sind seine Werke in der finnischen Musikliteratur von großer Bedeutung. Neben großen Opernwerken hatte er auch eine Vorliebe und ein Händchen für kleinere Musikformen, wie man an der „Kesäillan idylli“ und dem „Scherzo“ hören kann.

IV: Finnische Polkas und Tangos

Beliebte Trink- und Tanzstücke!

Als der argentinische Tango zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Europa kam und dort begeistert aufgenommen wurde, packte auch die Finnen das Tangofieber. Sie fühlten sich in ihrem Leid unter der russischen Herrschaft in den traurigen Melodien verstanden. Seitdem hat sich die finnische Version des Tangos einen festen Platz im kulturellen Leben Finnlands gesichert und erfreut sich heute auf Freizeitveranstaltungen einer begeistert Tango tanzenden Anhängerschaft.

Usko Kemppi (1907-1994) schrieb nicht nur Tangos (zum Beispiel „Lennä, mun lempeni laulu“), sondern auch Filmmusik. Außerdem arbeitete er als Drehbuchautor, unter anderem schrieb er das Manuskript für den 1955 gedrehten Film „Säkkijärven Polkka“.
Der auf dieser CD mit „Yön kuningatar“ vertretene Tangokomponist Mika Toivanen (*1970) schrieb 2004 und 2005 an Finnlands Beiträgen zum European Song Contest mit. Doch erst das Jahr darauf gewann Finnland zum ersten Mal den Wettbewerb mit einem Beitrag der in Monster- und Zombiekostümen auftretenden Hardrock-Band „Lordi“…!

Einer der bekanntesten finnischen Tangos ist “Satumaa“ von Unto Mononen (1930-1968). Der Titel bedeutet zu Deutsch “Märchenland” und ist somit Namensgeber dieser CD. Der in diesem Lied ersehnte Ort ist zwar wunderschön, aber nur in den Träumen des Sängers erreichbar. Frank Zappa spielte „Satumaa“ spontan auf einem Konzert in Helsinki. Sein nicht-finnischer Sänger versuchte tapfer sein Bestes, um die finnische Lyrik auszusprechen…!

Auch die Polka ist ein fester Bestandteil des finnischen Musiklebens und verlangt von ihren Zuhörern sowohl Trink- als auch Tanzfestigkeit: Die „Säkkijärven Polkka“ wird sehr gerne von Akkordeonisten gespielt – es ist so etwas wie die finnische Nationalhymne!

V. Serenades of the Unicorn

Dem Einhorn, dem edelsten aller Fabeltiere, widmete Einojuhani Rautavaara (*1928), einer der bekanntesten zeitgenössischen Komponisten Finnlands, dieses ungewöhnliche viersätzige Werk, das beim ersten Hören vielleicht etwas schräg, aber auf gar keinen Fall staubtrocken daherkommt. Unkonventionelle Spieltechniken erwecken kichernde Nymphen und bollerige skythische Zentauren zum Leben! Eine unerreichbare Schönheit und ein nervöser Tanz mit anschließendem Spaziergang haben auch ihren Platz in diesen Serenaden!